Abendgebet – Segne alle die Schlafen

Du menschenfreundlicher Gott, ich danke dir, dass mein Gebet schwach und unbeholfen sein darf, ja verzagt und leise. Dennoch dringt es dir zu Ohren und bewegt dein Herz, weil du selber es zu dir emporhebst wie ein kleines schutzloses Kind, dem du sowohl die väterliche Umarmung schenkst wie auch mütterlichen Trost.

Dir vertraue ich mich an: meinen ermüdeten Leib, mein unruhiges Herz, meine Gedanken und Sorgen. Ich empfehle dir alle, die mir lieb sind. Trockne die Tränen der Traurigen und Bekümmerten, berühre mit zarter Hand das Gesicht der Einsamen, stille die Sehnsucht, lindere den Schmerz und schenke allen den Frieden der Nacht.

Die ganze Welt lege ich dir ans Herz:
die Armen und die Reichen,
die Kranken und die Gesunden,
die Flüchtlinge, Obdachlosen und die Hungernden,
die Menschen, die nicht mehr ein noch aus  wissen,
die in Kriegen und sozialer Ausgegrenztheit darben.
Ich hoffe, du mitgehender Gott, dass nichts deinem liebenden Blick entgeht.

Segne alle, die arbeiten, während ich schlafe und umfange alle, die schlafen mit deinem Segen. Dir sei Lobpreis und Ehre in Ewigkeit.

Amen.

 

Lied Der Mond ist aufgegangen (Matthias Claudius 1746 – 1815):

1. Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar; der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar.

2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt.

3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wie getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn.

6. So legt euch denn ihr Brüder in Gottes Namen nieder; kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, vor Strafen und lass uns ruhig schlafen und unsern kranken Nachbarn auch.

 

Lieber Gott, du gibst uns Erholung das wissen und feiern die Menschen rund um den Erdball von der Wüste bis ans Meer. Du hast die Entwicklung des Weltalls bestimmt, hast Gebirge wachsen lassen, hast das Spiel von Ebbe und Flut entworfen. Menschen staunen über dein Werk. Von Saat bis Ernte: Alles trinkt von deinen Gaben, alles wächst durch deinen Segen. Unsere gute Erde gibt her, was du erlaubst, und reich sind die Erträge, dass die Menschen singen und tanzen vor Glück und Dank. (Auszüge aus Psalm 65 nach Peter Spangenberg)

Die Kommentare wurden geschlossen